Ringen und Raufen im Kindergarten

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Kinder ringen und raufen gerne mal, auch im Kindergarten. Hier suchen sie den Körperkontakt und wollen sich körperlich vergleichen und messen. Heutzutage wird dieses Toben und Raufen der Kinder immer häufiger sofort unterbunden, es wird darin ein zu hohes Aggressions- und Gewaltpotenzial gesehen, das Verletzungsrisiko wird als zu hoch erachtet und somit wird dieses Thema letztlich vielleicht sogar mit einem Verbot oder Tabu versehen. Dabei kann Ringen und Raufen dem Bewegungsdrang, dem kontrollierten Aggressions- und Stressabbau, der Selbstdisziplin und der Erhöhung von Selbstbewusstsein förderlich entgegen kommen.

Seit dem 18.März wird nun im Kindergarten nachmittags das Projekt „Ringen und Raufen“ (unter Leitung von Herrn Mies, der bereits viele Jahre kampfsporterprobt ist) angeboten. Dieses Projekt findet in der kleinen Turnhalle statt, da hier durchgehend eine große und schützende Matte ausgelegt ist. Unter der Lenkung und Aufsicht durch Pädagogen haben die Kinder die Möglichkeit, sich körperlich auszutoben, vollen Körpereinsatz zu bringen und letztlich zu fairen Bedingungen Ringen und Raufen zu erproben. Hier soll das Miteinander, die faire Auseinandersetzung untereinander und das Regelverständnis gefördert werden. Die Kinder machen wichtige motorische und sensorische Erfahrungen, erlernen aber auch Mut, gegenseitige Rücksichtnahme und Fairness.

Übrigens, sowohl Jungen als auch Mädchen toben und raufen gerne mal. Somit steht das Projekt allen Kindern des Kindergartens offen. In verschiedenen Übungen und kleinen Kampfspielchen haben die Kinder hier die Chance zu lernen, sich selbst aber auch andere zu achten, zu vertrauen, aber auch zu beschützen. Sie erleben und erlernen ihre eigene Kraft und die des Partners einzuschätzen und einzuordnen. In kurzen Übungssequenzen erlernen sie mit Macht (Überlegenheit) oder auch Ohnmacht (Unterlegenheit) umzugehen, sie erlernen Motivation und Selbstmotivation.

Wir werden mit den Kindern gemeinsame und allgemein gültige Regeln erstellen, gemeinsam werden Konsequenzen für schmerzhaften Handlungen wie Schlagen, Treten, Beißen, etc. erarbeitet. Es gibt bekannte Zeichen, die ein Stopp signalisieren wie „Stopp“ zu rufen oder auf die Matte zu klatschen, woraufhin die Handlung sofort zu beenden ist. Wir werden den gegenseitigen Respekt voreinander abfordern und vor allem aber den gemeinsamen Spaß am Ringen und Raufen in den Vordergrund stellen. Zudem vermitteln wir den Kindern kleine Hilfen des richtigen Fallens, um die eigene Angst und die Verletzungsgefahr für das Ringen und Raufen zu minimieren. Den Kindern wird hier kein offizieller Kampfsport wie Ringen oder Judo vermittelt, diese Techniken bleiben außen vor und deren Vermittlung ist den entsprechenden Kampfsportschulen vorbehalten.