Luftqualitätsmanagement an der DSSI

Veröffentlicht: 21. März 2019

Die vorliegende Infoschrift soll Ihnen einen Überblick geben, welche Maßnahmen die Schule ergreift, um die Schülerinnen und Schüler vor Luftverschmutzung zu schützen. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich gerne an die Schulleitung.

I Maßnahmen zur Luftreinhaltung an der DSSI

Beim Umgang mit der Luftqualität an der Deutschen Schule Seoul genießt die Gesundheit der Kinder, Mitarbeitenden und Gäste zu jeder Zeit die höchste Priorität.

Schulleitung und Schulverein haben sich dazu von Behörden und Experten beraten lassen und sich zudem mit anderen internationalen Schulen in Seoul ausgetauscht. Die daraus abgeleiteten Regeln minimieren potenzielle Auswirkungen von Feinstaub auf die Gesundheit.

An unserer Schule gibt es zur Vermeidung der Gefahren von Luftverschmutzung ein Mehrstufensystem hinsichtlich des Aufenthaltes im Außenbereich. Dieses wurde im Jahr 2017 durch eine Arbeitsgruppe aus Eltern, Lehrern, Schulleitungsmitgliedern, Vorstandsmitgliedern und Botschaftsmitarbeitern ausgearbeitet und wird regelmäßig überprüft und angepasst.

II Technische Ausstattung  

Seit dem März 2017 gibt es an der Deutschen Schule Seoul in nahezu allen Klassen- und Unterrichtsräumen Luftreiniger der Firma Blue Air. Die Luftfilter werden vorschriftsmäßig nach 6 Monaten Laufzeit gewechselt. Die große Turnhalle ist seit dem Schuljahr 2017/2018 mit einem neuen Belüftungssystem mit Luftfiltern ausgestattet worden. Am 20.03.2019 wurden weitere Luftreiniger für die Gänge und Foyer in Gebäude 1,2 und 3 angeschafft und somit die letzten Lücken geschlossen. Die Luftfilter werden in der Regel am Morgen durch die Klassen angeschaltet. Bei extremen Luftverschmutzungsperioden laufen diese Tag und Nacht. Die Klassen- und Fachlehrer werden regelmäßig über den Umgang mit den Geräten unterrichtet und an das Anschalten der Geräte erinnert (z.B. am Infobrett, durch Email und im Montagsbriefing). Die Reinigungskräfte reinigen bei Feinstaub die Klassenräume häufiger feucht.

III Mehrstufensystem beim Aufenthalt im Freien

In der Arbeitsgruppe zum Thema „Feinstaub“ im Jahr 2017 wurde insbesondere das Spannungsverhältnis zwischen der Minimierung der Schadstoffexposition der Schülerinnen und Schüler auf der einen Seite und dem Bewegungsdrang der Schülerinnen und Schüler zwischen den Unterrichtsstunden auf der anderen Seite intensiv diskutiert. Weiterhin wurde eine Einteilung der Kinder nach Altersgruppen vorgenommen, um so der besonderen Gefährdung junger Kinder gerecht zu werden.

In sog. Yellow dust Pausen bleiben die Schülerinnen und Schüler in den Klassenräumen und Foyer. Fenster und Türen werden geschlossen gehalten. Schüler mit Atemwegsproblemen können sich während der Pausen in zugewiesenen Pausenbereichen aufhalten.

IV Messung der Feinstaubwerte (AQI)

Der Air Quality Index (AQI) beschreibt, wie verschmutzt oder sauber die Umgebungsluft ist. Dabei fokussiert der AQI auf gesundheitliche Auswirkungen, die binnen weniger Stunden oder Tage nach

Einatmen belasteter Luft zu spüren sind. Die Berechnung reflektiert die Luftbelastung durch sechs Schadstoffe: Schwefeldioxid (SO₂), Stickstoffdioxid (NO2), Kohlenmonoxid (CO), bodennahes Ozon (O3), Feinstaubpartikel mit einem Durchmesser von weniger als 10 Mikrometer (PM 10) sowie Feinstaubpartikel mit einem Durchmesser von weniger als 2,5 Mikrometer (PM 2,5).

Ein individueller AQI wird für jeden Schadstoff ermittelt und der endgültige AQI entspricht dem höchsten Wert der sechs individuellen AQI-Werte. Die AQI-Werte in Europa, Amerika und China sind nur bedingt vergleichbar, da bei ihrer Berechnung je nach Land unterschiedliche Formeln und Standards verwendet werden.

Im Außenbereich der Deutschen Schule Seoul wird ab dem März 2019 der AQI Wert direkt auf dem Schulgelände ermittelt, um so genaue lokale Schadstoffkonzentrationen zu ermitteln. Dazu hat die Schule eigens ein semiindustrielles Luftschadstoffmessgerät (FDS 17) angeschafft. Dieses erfasst die für die Feinstaubbelastung relevanten Werte pm 2,5 und pm 10. Regelmäßig vor Schulbeginn und vor allen Pausen werden die aktuellen Messwerte erhoben.

Im Innenraum erfolgt die Schadstoffmessung strichprobenartig durch ein sog. Laser-Egg Feinstaubmessgerät.

V Infos zu Feinstaub

Als Feinstaub, Schwebstaub oder auch „Particulate Matter“ (PM) bezeichnet man Teilchen in der Luft, die nicht sofort zu Boden sinken, sondern eine gewisse Zeit in der Atmosphäre verweilen. Die winzigen Partikel sind mit bloßem Auge nicht wahrzunehmen und können lediglich während bestimmter Wetterlagen in Form einer Dunstglocke gesehen werden. Je nach Durchmesser der Staubteilchen wird der Feinstaub in sogenannte Fraktionen unterteilt:

·         PM 10: grobe Teilchen mit einem Durchmesser von weniger als 10 Mikrometer (μm)

·         PM 2,5: feiner Schwebstaub mit einem Durchmesser von weniger als 2,5 μm

·         PM 0,1: ultrafeine Partikel mit weniger als 0,1 μm Durchmesser

Welche Feinstaubquellen gibt es?

Feinstaub kann natürlichen Ursprungs sein oder durch menschliches Handeln erzeugt werden.

Primäre Feinstäube entstehen aus einer direkten Quelle wie zum Beispiel einem Verbrennungsprozess, Motorabgasen, Reifenabrieb sowie bestimmten Industrieprozessen.

Sekundäre Feinstäube hingegen entstehen erst durch chemische Reaktionen aus gasförmigen Substanzen wie Schwefel- und Stickstoffoxiden. Natürlich Quellen sind beispielsweise Emissionen aus Vulkanen und Meeren sowie bestimmte biogene Aerosole. Auch Emissionen gasförmiger Vorläuferstoffe aus der Tierhaltung tragen zur Sekundärstaubbelastung bei.

Welche Ursachen gibt es für schwankende Feinstaubkonzentrationen?

Hohe Feinstaubbelastungen treten beispielsweise an Orten auf, die durch ein hohes Verkehrsaufkommen oder industrielle Infrastrukturen geprägt sind. Niedrige Werte treten häufig in ländlichen Räumen fernab von Emissionsquellen auf. Großräumig werden erhöhte Feinstaubwerte gemessen, wenn meteorologische Bedingungen wie niedrige Windgeschwindigkeit und winterliche Wetterlagen vorherrschen, bei denen die oberen Luftschichten wärmer sind als die unteren.

Wie kommt es zu Feinstaubkonzentrationen in Innenräumen?

Durch offene oder undichte Fenster gelangt belastete Außenluft auch in Innenräume. Emissionsquellen im Innenraum – Rauchen, Kerzen, Kochen, offene Kamine (Tischgrill) et cetera – können die Staubkonzentration erheblich erhöhen. Wegen der unterschiedlichen Herkunft der Feinstaubpartikel in der Außenluft und im Innenraum sind Feinstäube in ihrer Wirkung nicht direkt vergleichbar.

Warum ist eine erhöhte Feinstaubbelastung gefährlich?

Je kleiner Staubpartikel sind, desto größer ist das Risiko, dass sie tief in Atemwege eindringen. So können sie in Bereiche gelangen, von wo sie beim Ausatmen nicht wieder ausgeschieden werden. Zudem können sich auf der Oberfläche von Stäuben gefährliche Stoffe wie Schwermetalle oder krebserregende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) anlagern.

Welche Maßnahmen kann man selbst zur Reduzierung der Feinstaubwerte treffen?

Auch als Individuum kann etwas zur Verringerung der Feinstaubbelastung beitragen werden: Indem der öffentliche Verkehr genutzt und Fahrten mit Fahrzeugen reduziert werden, wird der Ausstoß von Schwebstaub reduziert. Vieles, was hilft, Energie zu sparen, dient auch der Verringerung der Luftbelastung. Die wichtigsten Mittel dabei sind die Erhöhung der Energieeffizienz sowie die Nutzung erneuerbarer Energieträger:

-erneuerbare Energien zur Warmwasser- und Stromerzeugung nutzen

-Energieeinsparungen durch Wärmedämmung, emissionsarme Gebäudeheizungen sowie die bewusstere Nutzung von Haushaltsgeräte

Wo kann ich mich noch weiter über das Thema informieren?

Umfassende Informationen zum Thema stellt das Umweltbundesamt oder die Weltgesundheitsorganisation zur Verfügung.

Quellen

•       Journal of Korean Medical Science: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4024940/ aufgerufen am 05.06.17

•       Webseite des Lycée francais de Seoul: http://www.lfseoul.org/vie-au-lycee/sante/qualite-de-lair/ aufgerufen am 30.05.17

•       Webseite der Deutschen Schule Shanghai: https://hq.ds-shanghai.de/de/services/gesundheit-erste-hilfe/luft-aqi-und-co/ , aufgerufen am 04.03.19

•       Webseite der Deutschen Botschaftsschule Peking: http://www.dspeking.cn/information/luft/index.asp , aufgerufen am 04.03.19