Geschichte wird lebendig – ein Zeitzeugenbericht

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Der Mauerfall in Berlin im November 1989 und die Zeit der Herstellung der Deutschen Einheit gehören zu den historischen Entwicklungen, die vielen Eltern und Kollegen noch in persönlicher Erinnerung sind. Für unsere Schülerinnen und Schüler erscheint diese Zeit zumeist jedoch ähnlich fern wie der Nationalsozialismus oder der Imperialismus des 19. Jahrhunderts. Umso bereichernder kann es sein, aus erster Hand einen persönlich vermittelten Einblick in den epochalen Wandel der Jahre 1989/1990 erhalten zu können.

Am vergangenen Freitag konnten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10 zu diesem Thema einen Zeitzeugen im Geschichtsunterricht begrüßen und waren sichtlich überrascht, als unser Gast den Klassenraum betrat – handelte es sich doch um eine Person, der sie tagtäglich in der Schule begegnen.

Unser Kollege Kwangjin Park, der als Student in den 1980er Jahren in Westberlin gelebt hat, berichtete sehr anschaulich und lebhaft aus dem Alltag in der geteilten Stadt, den Widrigkeiten und Besonderheiten, die Berlins ‚Insellage‘ inmitten der DDR für die Westberliner mit sich brachte, sowie seinen Beobachtungen und Eindrücken in den Tagen nach dem Fall der Berliner Mauer. Grenzkontrollen und Zwangsumtausch bei Reisen in die DDR, Mangelwirtschaft und modische Unterschiede, ja selbst ein unterschiedlicher Sprachgebrauch in Ost-und Westberlin wurden thematisiert. Auch eine vergleichende Betrachtung des deutschen und eines möglichen koreanischen Vereinigungsprozesses gab allen Zuhörenden interessante Denkanstöße.

Die zahlreichen Fragen, die die Schülerinnen und Schüler im Anschluss an Herrn Parks Ausführungen stellten, waren sprechender Beleg für deren großes Interesse und den tiefen Eindruck, den der Zeitzeugenbericht hinterlassen hat.

Die Klasse 10 der DSSI sowie deren Geschichtslehrer bedanken sich ausdrücklich bei Herrn Park für sein Kommen!