Juni 2006 Koreanische Kulturtage

Stephanie Flores (2006)

Februar 2005. Ich wusste, dass es bald wieder so weit sein konnte. Nun war es so weit. Ein Angebot von Korea war da. Wir sa©¬en am Tisch und mein Vater erzählte mir von der Stelle. Zu dieser Zeit waren alle meine Freunde in Frankreich. Es war ein Französischaustausch, doch ein paar von uns waren zu Hause geblieben. War das ein Theater. Nur eine einzige Freundin war da, mit der ich reden konnte und mit der ich direkt in Tränen ausgebrochen war.

Eine Woche später. Ich kann mich noch genau daran erinnern, denn es war mein Geburtstag und meine Klasse kam mit einem Bus zurück in Köln an. Ein paar hatten schon davon gehört, dass ich weggehen würde. da bei uns nie etwas geheim bleiben konnte. Jetzt sa©¬en wir zusammen in der Schule mit einem Atlas auf den Beinen und suchten Korea. Wir hatten gehört, dass Seoul eine Gro©¬stadt war. Vor allem deshalb waren wir schockiert als wir diesen kleinen Zipfel unterhalb Chinas sahen.

Ein paar Wochen vergingen. Wir hatten uns mittlerweile mit dem Gedanken angefreundet und nutzten die letzten 6 Monate zusammen aus. Wir fuhren zusammen nach Schweden und unternahmen so viel wie möglich zusammen. Meine beste Freundin lud mich, kurz bevor wir nach Korea gingen, zu einem Videoabend ein. Nur ein paar Freunde hie©¬ es. Ich kam an und naturlich kam eine ganze Schar von Freunden an. es war meine Abschiedsfeier und man konnte uns allen ansehen, wie schwer es für jeden Einzelnen von uns war.

14. August 2005. Es war mein letzter gemeinsamer Abend mit meinen Freunden. Wir sa©¬en zusammen bei einer Freundin, die wir durch die Reise nach Schweden kennen gelernt hatten, und hatten eine gute Zeit. Leider konnte ich nicht lange bleiben, da noch die letzten Vorbereitungen getroffen werden mussten. An diesem Abend habe ich kein Auge zu getan. Ich bin schon öfters umgezogen, doch ich merkte, dass es mir noch nie so schwer gefallen war, alles hinter mir zu lassen.

15. August 2005. Es war der Tag, an dem ich alles zurücklassen und wieder ganz von vorne anfangen musste. An diesem Morgen kam meine beste Freundin sich von mir verabschieden. Ich war sehr überrascht, da vor der Tür nicht wie geplant auch mein eigentlich bester Freund stand, sondern ein anderer guter Freund. Ich hätte es nie gedacht, doch er verga©¬ tatsächlich sich von mir zu verabschieden. Ich war am Boden zerstört und fuhr zum Flughafen, um endgültig alles hinter mir zu lassen. Und das ohne einen letzten Moment mit einer der wichtigsten Personen in meinem Leben zu haben.

Endlich in Seoul angekommen, war ich erst einmal froh, meinen Vater nach so langer Zeit wieder in die Arme schlie©¬en zu können. Es war nach allem, was noch passiert war, ein so befreiendes Gefühl! Wir fuhren eine knappe Stunde in die Innenstadt rein und checkten im Hyatt ein.
Das erste, was mir beim Fahren durch die Stadt in den Sinn kam, war, wie ich es schaffen würde von Ort zu Ort zu kommen, ohne mich zu verlaufen! Ich hatte noch eine Woche, um mich einigerma©¬en einzuleben, die Stadt zu erkunden und neue Sachen kennen zu lernen.

Der erste Schultag verlief besser als ich gedacht hatte und so fing ich auch an, neue Freunde zu haben. Ich konnte sofort merken, was für einen Niveauunterschied es zwischen meiner alten Schule in Deutschland und der Deutschen Schule Seoul gab. Die Lehrer hier haben noch Spa©¬ an ihrer Arbeit und Motivation, dem Schüler/in etwas beizubringen. Im Vergleich zu einer gro©¬en Schule in Deutschland hat man hier die Möglichkeit viel zu lernen und sich mit guter Leistung Wege für die Zukunft zu vereinfachen. Die kleinen Klassen dienen gut dazu, dass der Lehrer sich auch einmal einem einzelnen Schüler zuwenden kann. Bei 30 Personen in einer Klasse würde dies niemals gehen.

Von der Stadt Seoul und den Einkaufsmöglichkeiten war ich schon nach wenigen Tagen begeistert. Nach 10 Monaten ist es nur ein kleiner Teil dieser gro©¬en Stadt, den ich wirklich gut kenne und mich auch auskenne. Am Anfang war es schon ein bisschen schwer sich zurecht zu finden, doch vor allem durch das gute U-Bahn System ist es leicht, von Ort zu Ort zu kommen!

Es ist immer eine gro©¬e Umstellung von einem kleinen Ort sich auf eine Gro©¬stadt umzustellen, jedoch ist es eine sehr gute Lebenserfahrung und vor allem schulisch gesehen ist es eine sehr gute Chance sich zu verbessern und einen guten Abschluss zu machen.

Nach der Zeit hier in Seoul kann ich sagen, dass der Abschied einer der schwersten Momente in meinem Leben war, doch es hat sich gelohnt, denn Korea ist eines der besten Dinge, die mir passieren konnten!


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