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Im März 1996 feiern ca. 150 Schüler und Kindergartenkinder den 20. Geburtstag der Deutschen Schule Seoul.
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| Die Schüler-Band der DSS 1995/96 |
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| Martinsumzug 1996 |
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Dornröschen 1996 |
Wie wir die Mauer fallen lie©¬en
Zuerst stand sie für 28 Jahre, dann
fiel sie gewisserma©¬en über Nacht. Das Schicksal der Berliner Mauer
kennt heutzutage jeder in Deutschland und dank der 9. Klasse jetzt auch
einige in Korea. Aber bevor wir ein Stück Zeitgeschichte vermitteln
konnten, musste die Idee zu unserem Kunstprojekt geboren und das Projekt
selbst dann ausgeführt werden. Die "Geburt" besorgte unser
Botschafter, indem er Herrn Below nahe legte, dass eine Schulklasse im
Kunstunterricht doch eine Skulptur zur Wiedervereinigung herstellen bzw.
kreieren könnte, die man dann am Tag der deutschen Einheit in der
Residenz aufstellen würde, um die Routine der Party etwas aufzulockern.
Herr Waldherr ging dann auch mit Feuereifer an die Arbeit. (Nebenbei:
er hatte natürlich (?) die 9. Klasse ausgewählt, die Ehre einzuheimsen
und den Stress und die Arbeit zu ertragen.)
Es ging also ans Planen. Etliche Kunststunden wurden verlabert oder "durchdiskutiert",
mindestens ebenso viele Vorschläge, Pläne und blitzartig auftauchende,
genial scheinende, sich dann aber als Flop entpuppende Ideen wurden teils
fallengelassen, teils mit aller Kraft verworfen.
Das Endergebnis des Plans sah dann etwa so aus:
Ein Pärchen französischer Mannequins (sofern diese an der Börse
billig zu haben sind), mit der neuesten Bademode-Kollektion von Lagerfeld
bekleidet, reichen sich die Hände durch eine Mauer aus Schokoladeneis,
das wegschmilzt bzw. weggeschleckt wird. Einige Extravaganzen mussten
bei der Realisierung leider au©¬er Acht gelassen werden. So wurden aus
Models (fast so teuer wie Schaufensterpuppen! Unvorstellbar!) übergangslos
selbstgefertigte Gipspuppen und aus dem Schokoladeneis, um den Zahnärzten
keinen Bonus zukommen zu lassen (Was sollten sie denn auch mit dem Geld
machen? Noch drei Villen?) ganz banales Wassereis. Dann ging es ans Konstruieren.
Kleine Fehler (Kugelgelenk am Knie, Wirbelsäule vorn) beim Skelett
wurden schnell verbessert. Dabei zeigten wir uns alle äu©¬erst kreativ.
Mindestens 367 neue Fluche und Beschimpfungen wurden ins Leben gerufen,
den Figuren zärtlich ins Pappmachëgesicht gebrüllt. Darauf,
beim Gipsen, sahen wir am Ende aus wie frische ägyptische Königsmumien.
Passende Kleider für unsere "Wessis" und "Ossis"
wurden auch endlich gefunden. Die Mauer bestand aus Ytongsteinen und Eis.
Ihre Premiere hatte unsere Skulptur am 3.10. 1996 in der Residenz. Am
27. 10., beim International Festival, wurde sie auch ziemlich umlagert
(jedenfalls während Auf- und Abbau). Jetzt steht sie in der Botschaft
und begrü©¬t alle Eintretenden mit dem freundlichen "VORSICHT!
SELBSTSCHUSSANLAGEN!" auf einem der Warnschilder. Als "Belohnung"
bekamen wir Pizza und eine "Ehrentafel", das überschwängliche
Lob nicht zu vergessen.
9. Klasse - WIR MACHEN MONUMENTE!
Telefonische Bestellungen werden angenommen. Preis nach Vereinbarung.
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| 1996 Die Gipsfiguren an der "Mauer" |
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